metal-district.de presents: Not Dead Yet - Fest 5

MANOWAR, Holy Hell, Metalforce - Offenbach, Stadthalle (23.01.2010)

Flyer

Im Vorfeld dieser Tour gab es nicht unbedingt nur positive Stimmen. Zum einen beklagte man, dass im Vorprogramm wieder die Labelgenossen von METALFORCE und HOLY HELL aufgeboten wurden, dann gab es kein neues Studiomaterial und damit auch eine gewisse Überpräsenz seit der letzten Scheibe. Hauptgrund war aber, dass die Ticketpreise von rund 70 Euro den Rahmen deutlich sprengten. So verwunderte es nicht, dass auch die Offenbacher Stadthalle nur im Innenraum gut gefüllt war und die Ränge abgehängt wurden.

Pünktlich wie die Maurer legten METALFORCE (Ex-Majesty) los und zeigten sich wie eh und je inspiriert vom Headliner der heutigen Veranstaltung. Vielleicht aufgrund der klirrenden Kälte vor der Halle benötigte das Publikum ein wenig um in Schwung zu kommen, konnte sich dann aber sichtlich für herrlich klischeebehaftete Songs wie "Freedom Warriors" erwärmen und somit einen klaren Punktsieg einfahren.

HOLY HELL haben sich seit ihrer Gründung - nach der man doch eher das Gefühl hatte, es hier mit einer zusammen gewürfelten Truppe zu tun zu haben - merklich gesteigert und so beispielsweise beim Magic Circle Festival auf der Loreley überzeugt. Heute wollte allerdings der Funke nicht so richtig überspringen. Woran dies letztendlich lag, lässt sich defintiv nicht fest machen, auch wenn sicherlich der nicht überzeugende Gesamtsound mit Schuld war. Auch die Coverversion von Pat Benetar's "Heartbreaker" entpuppte sich als eher überflüssig. Oder hatten die Protagonisten auf der Bühne bereits eine Information, die mir erst auf dem Gang zur Toilette zuteil wurde? Dort wurde mir nämlich der Einlaß mit den Worten "Es gab eine Bombendrohung und alle müssen die Halle verlassen!" verwehrt. Nach dem Buttersäure-Angriff im Publikum in Fürth und einer weiteren Bombendrohung in Ludwigsburg also schon der dritte Zwischenfall in Deutschland. Leute - was soll diese Scheiße? Welche Hohlbirnen kommen auf solche Ideen?

Während alle Anwesenden dann gemächlich nach draußen schritten, um dort über eine Stunde in der Kälte vor sich hin zu bibbern, nutzen rund 50 MANOWAR-Anhänger die Zwangspause zu einem kleinen Besuch in der nahe gelegenen Eckkneipe in der ein völlig überforderter Besitzer mit massiven Bierbestellungen und lauten "Carry On"-Sprechchören konfrontiert wurde. Man ließ sich jedenfalls die Freude auf das Konzert nicht verbieten und machte das Beste aus der Situation. Letztendlich wurde dann von Polizei und Feuerwehr Entwarnung gegeben und die Meute marschierte wieder geschlossen in die Halle ein. Wie ernst diese Bombendrohung von den Verantwortlichen genommen wurde zeigte sich darin, dass beim erneuten Einlaß keinerlei Kontrollen mehr durchgeführt wurden.

Anyway - lasset die Spiele beginnen und zwar nicht wie üblich mit "Manowar" sondern mit "Call To Arms". Der Sound schallte klar, erdig und trocken aus den Boxen, was auch daran lag, dass MANOWAR dieses Mal auf einen Keyboarder am Bühnenrand zum Aufpeppeln der Schallwellen verzichteten. Für Anhänger der frühen Alben gab es heute weniger Grund zur Freude, aber MANOWAR haben auch auf den letzten Scheiben genug starkes Material veröffentlicht, um einen 1 1/2 stündigen Set ohne Füller abzureißen. Eric Adams war dabei wieder über jeden Zweifel erhaben und dies obwohl er anscheinend während des Gigs stürzte und sich im weiteren Verlauf des Sets mehrals schmerzverzerrt die Seite hielt.

Joey's Ansprache war dieses Mal sehr amüsant und kurzweilig ("Ich bin ein schüchterner Junge vom Land!") und die Fans sangen natürlich lautstark Hymnen wie "Warriors Of The World" oder "The Gods Made Heavy Metal" mit und ließen sich nur zu gerne ein ums andere Mal auf das MANOWAR-Sign ein. Außer einer Videoleinwand in der Mitte der BÜhne und einer dezenten, aber effektiven Lightshow gab es keine besonderen Effekte. Dafür aber MANOWAR pur - ja, Metal pur ... und das war einfach mal wieder vom Feinsten. MANOWAR sind sicherlich gerade in finanzieller Hinsicht (Eintritts-/Shirtpreise) angreifbar, aber auf der Bühne gibt sich das Quartett keine Blöße. Trotz oder gerade wegen der kleinen Zwischenfälle ein denkwürdiger Abend.

1.Call To Arms 
2.Hand Of Doom 
3.Kings Of Metal 
4.God Or Man 
5.Swords In The Wind 
6.Bass Solo 
7.Die For Metal 
8.Die With Honor 
9.Let The Gods Decide 
10.Sons Of Odin 
11.The Gods Made Heavy Metal
12.Sleipnir 
13.Loki God Of Fire 
14.Thunder In The Sky 
15.Warriors Of The World 
Zugaben:
16.House of Death 
17.Black Wind Fire And Steel 

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Zu diesem Livebericht:

Autor:
Hansy

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Artikel eingestellt:
08.02.2010

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