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EISBRECHER, She's All That - Nürnberg, Löwensaal (25.04.2010)

Bericht von Janina Stein

Der Winter ist gerade erst vorrüber, da wird Nürnberg von einer neuerlichen Eiszeit heimgesucht: EISBRECHER sind mit der Tour zum neuen Album zu Gast im Nürnberger Löwensaal.

She's all thatAls Support haben sie SHE’S ALL THAT mitgebracht, eine Band, für die das Wort „skurril“ eigens erschaffen worden zu sein scheint.

„Sie machen Tanzmusik“, kündigt Alexx die Truppe an – dann geht das Licht aus und wenige Momente später betreten die vier die Bühne. Zu sehen ist dabei allerdings hauptsächlich ihre knallbunte Leuchtfarbenkriegsbemalung. Dazu gibt es Elektronica mit hohem, beinah schrillen Gesang, der mit einer Wand aus harten Drumbeats untermauert wird. Als die Bühnenbeleuchtung im nächsten Song etwas heller wird kann man die Band etwas genauer in Augenschein nehmen: Zu den Arbeitsoveralls tragen die Bandmitglieder Gummimasken, wodurch vor allem der Frontman irgendwie wie ein Gnom wirkt. Der springt zu den kreischenden Gitarren wie ein Gummiball über die Bühne, überhaupt steckt eine Unmenge Energie in der ungewöhnlichen Show.

Das Publikum ist zweigeteilt: während die einen von der bizarren Performance äußerst angetan sind und bereits jetzt begeistert mittanzen und -feiern beäugen andere das Treiben auf der Bühne eher misstrauisch und abwartend bis sich die Musiker nach dem letzten Stück ins Publikum stürzen und auf Händen von dannen tragen lassen.

Nach der raschen Umbaupause rauscht arktischer Wind durch den gut gefüllten Löwensaal. In dicken Winterjacken gehüllt, die Kapuzen über den Kopf und die Schals vors Gesicht gezogen kommt die Band auf die Bühne und beginnt ihr Programm mit der Single „Eiszeit“. Schon von Anfang an hat der charismatische Frontman den Saal voll im Griff - Die letzten Eisreste tauen schnell, mit jedem Stück steigt die Temperatur weiter.

Eisbrecher

Die Band spielt sich im Laufe des Abends durch einen gelungenen Mix aus alten und neuen Stücken, der kaum einen Wunsch offen lässt. Mir persönlich fehlt zwar „Antikörper“, was live einfach unglaublich viel Stimmung macht, aber mit Klassikern wie „Willkommen im Nichts“, dem grandiosen „Heilig“ und „Schwarze Witwe“ oder dem neuen Track „Bombe“ wird man bestens dafür entschädigt.

Ganz besonders freut mich auch „Ohne dich“, ein Stück das in der Livefassung seinen balladesken Charakter etwas einbüßt um dafür umso eindringlicher zu wirken. Überhaupt ist die ganze Show intensiv und direkt, wozu vor allem die beinahe greifbare Bühnenpräsenz der Band ihren Teil beiträgt.

Eine kurze Atempause gibt es etwa in der Mitte des Konzerts. Da machen es sich Alexx und Jürgen mit der Akustikgitarre auf einem Barhocker bequem, ein Helfer hält das EisbrecherTextblatt hoch und dann wird gemeinsam mit dem Publikum erst „Tränen Lügen nicht“ angestimmt, um dann zum Charthit „Geboren um zu leben“ von UNHEILIG überzuschwenken. Schlager auf einem EISBRECHER-Konzert, das ist auch mal was Neues – und in dem ironischen Zusammenschnitt macht es durchaus Spaß!

Gleich anschließend geht es dann wieder laut und voller Energie weiter, wenn erst die „Engel“ vom Himmel geholt und dann die „Venus“ besungen wird. Natürlich darf hier auch „This is deutsch“ nicht fehlen, wobei der typische Filzhut mit passender Jacke ja auch schon ein paar Lieder vorher gepasst hätte...

Eins der Highlights des Abends – und wohl auch für den momentan entstehenden Tourfilm inszeniert- ist die Darbietung von „Amok“. Hierfür hat die sich die Band etwas Besonderes einfallen lassen und in der kurzen Pause nach Ende des eigentlichen Sets werden vier Tonnen auf die Bühne gerollt. Allesamt mit Drumsticks bewaffnet kommen die Musiker nach energischen Zugabe-Rufen wieder auf die Bühne, um Alexx' markanten Gesang mit einem druckvollen Drumstakkato zu betonen, wobei die synchronen Bewegungen den aggressiven Eindruck keineswegs mildern sondern eher den Eindruck einer außer Kontrolle geratenen Armee heraufbeschwören. Die Jungs wissen wahrlich, wie man sich in Szene setzt!

Zwei weitere Klassiker beschließen den großartigen Abend: Im Refrain des begeistert mitgesungenen „Miststück“ ragt ein wogendes Händemeer der Decke entgegen und bei „Mein Blut“ sinkt das Publikum auf die Knie bevor es sich schließlich nach einem rundum gelungenen Konzert zufrieden auf den Weg nach Hause macht.

 

She's all that

 

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Zu diesem Livebericht:

Autor:
Kolyma

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Artikel eingestellt:
04.05.2010

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