TANZT! - Kufstein, Kulturfabrik (12.11.2011)

 

Flyer

Tanzt, Kufstein

Bereits zum fünften Mal hat der BB Events e.V. am 12.11.2011 das TANZT! auf die Beine gestellt. Auch dieses Mal fand die Veranstaltung wieder in der Kufsteiner Kulturfabrik statt, die sich schon in den vergangenen Jahren hinsichtlich Größe und Atmosphäre bewährt hatte. Pünktlich um 18 Uhr wurden die Tore geöffnet und bis das Programm eine Stunde später begann gab es ausreichend Zeit, sich die Stände der Händler im Vorraum anzusehen oder sich mit Getränken einzudecken. Schon zu Beginn war der Saal besser gefüllt als in den Vorjahren und im Laufe des Abends wurde mit 350 zahlenden Gästen ein neuer Besucherrekord aufgestellt.

König NeidhelmOpener waren die Schweizer Mittelalterrocker von DES KÖNIGS HALUNKEN, die sich an diesem Abend selbst als „Des Königs Gastmusiker“ vorstellten, da sowohl der Schlagzeuger, als auch der Gitarrist nur als Ersatz spielten - Vielleicht war auch das der Grund, dass die Band zeitweise etwas unmotiviert wirkte. Dafür glänzten die Musiker – allen voran König Neidhelm der 69ste angetan mit Goldkrone, kurzem Mäntelchen und etwas irrem Grinsen – mit viel Interaktion auf der Bühne und konnten das Publikum nach einem etwas zähen Beginn bis ganz vorn an den Bühnenrand locken.

In ihrer „Märchenrockshow“ präsentierten die Schweizer Songs ihrer beiden Konzeptalben „Spieglein, Spieglein“ und „Irrfahrt“, auf denen die Abenteuer der leicht psychopathischen Bühnencharaktere und deren Vorfahren erzählt wurden. Darunter war auch der „Wunschpunsch“: der Song rund um das „Bück dich, Fee“ mochte dem einen oder anderen Zuhörer von RABENSCHREY oder FEUERSCHWANZ bekannt vorkommen, doch spielen DES KÖNIGS HALUNKEN den Song bereits seit drei Jahren, und damit ein Jahr länger als die anderen Bands. Abgerundet durch witzige Ansagen und abwechslungsreiche Songs war der Auftritt ein gelungener Beginn des Abends.

  1. Eröffnung
  2. Kannibalen
  3. Köhler
  4. Seemannsgarn
  5. Wunschpunsch
  6. Leierzauber
  7. Spielmannsglück            
  8. Fermeture
  9. Ich
  10. Tanz

Schon während der Umbaupause wurde lautstark nach FOLKSTONE verlangt. Weil so viele Zuschauer extra aus Italien angereist waren wurden die Ansagen der Veranstalter dieses Mal in Englisch gehalten. Per Bus waren knapp 50 Fans gemeinsam nach Kufstein gepilgert und zusätzlich hatten sich noch etliche weiter auf eigene Faust auf den Weg gemacht.

FolkstoneAls die Musiker die Bühne betraten wurden erst einmal bekannte Gesichter begrüßt, jede Menge Hände geschüttelt und gemeinsam mit diversen Getränken angestoßen. Kaum begann die Band zu spielen verwandelte sich der Saal in einen heiteren Moshpit. Schon bei den ersten Songs enterten einige Mädels aus dem Publikum die Bühne und zwischendurch kamen die Ansagen des Sängers kaum gegen den Jubel an – zwischendurch wurde auch vom italienischen Publikum ein vielstimmiger „Olé, olé, olé FOLKSTONE“-Gesang angestimmt.

FOLKSTONE erinnerten musikalisch an IN EXTREMO auf Italienisch, doch holte sich die Band für ihre Songs teilweise auch Inspiration von CORVUS CORAX oder SCHELMISH. Mit vier Dudelsäcken bewaffnet spielten sie neben Eigenkompositionen auch traditionelle Stücke im Metalgewand und setzten mit der Harfe immer wieder melodische Akzente.  

Ein ganz großes Plus der Band aus Bergamo war die Nähe zum Publikum und sie waren ganz klar die heimliche Headliner des Abends – bei der Begeisterung, die ihnen entgegenschlug, bekam man das Gefühl, dass die Band auf der Bühne tun und lassen könnte, was sie gerade wollten und trotzdem auf jeden Fall dafür bejubelt würden. Die Euphorie war völlig irre – aber niemand könnte behaupten, dass DAS keine Party war. Vorne wurde ausgelassen getanzt und gesprungen, dahinter tobten sich die Fans beim Pogo aus. Nur die ganz hintersten Reihen blieben von dem bunten Treiben der – vorwiegend italienischen – Fans relativ unbeeindruckt.

Am Ende des Sets wurde die Bühne noch einmal vom Publikum gestürmt, doch dieses Mal nicht nur von einigen vereinzelten sondern von so vielen, wie irgendwie darauf passten – am Ende waren es mehr Leute auf als vor der Bühne, der Saal relativ leer und die Stimmung auf dem Höhepunkt. Wild schwenken die Fans ein selbstgeschriebenes Plakat, auf dem irgendwas über Bier steht.

  1. Nebble
  2. Briganti di Montagna
  3. Alza il Corno
  4. Anime Dannate
  5. RE
  6. Terra Santa
  7. Folk Stone
  8. Vortici Scuri
  9. Lo Stendardo
  10. Brindo
  11. In Taberna
  12. Con Passo Pesante

Bei VROUDENSPIL, die anschließend mit „Kurs aufs Leben“ in bester Piratenmanier die Bühne entern, war ebenso viel los wie bei FOLKSTONE, auch wenn sich das Publikum gut durchgemischt hatte und nun andere Leute in den ersten Reihen standen als bei der Band zuvor. Die ursprünglich aus Rosenheim stammende und inzwischen in München angesiedelte Band war bereits zum fünften Mal auf dem TANZT! dabei und der regionale Support war auch dieses Mal deutlich spürbar. Mit Alle rockten mit, sogar zwei der CUMULO NIMBUS-Musiker, die sich – während sie im vergangenen Jahr selbst auf der Bühne standen – dieses Mal als Gäste unters anwesende Partyvolk gemischt hatten. Zwischenzeitlich bahnte sich spontan eine Polonaise den Weg durchs Publikum, dann wurde wieder weitergetanzt.

TanztOb bei den rockigen Stücken, der balladesken „Spielmannsweise“ oder dem Instrumental „Säbeltanz“: die Stimmung war großartig, nur die Rückkopplung nervte hin und wieder. Bei „Rum für die Welt“ wurden die Zuschauer ganz dem Text entsprechend mit Getränken versorgt, allerdings war es kein Rum, sondern einige Flaschen Met, die zur Freude der Fans ins Publikum wanderten und bei „Ein unwichtiger Bösehold“ beschäftigte sich die Band mit gegenseitigem . Die deutlich sichtbare Spielfreude und die lebhafte Bühnenshow machen es immer wieder zu einem Erlebnis, die Freibeuter auf der Bühne zu genießen.

  1. Intro
  2. Kurs aufs Leben
  3. Willkommen an Board
  4. Wer Wind sät
  5. Spielmannsweise
  6. Säbeltanz
  7. Meute toter Narren
  8. Hexenjammer
  9. Küss mich
  10. Lebenselexier
  11. Rum für die Welt
  12. Ein unwichtiger Bösehold
  13. Sand der Zeit

Als die offiziellen Headliner ihr Programm begannen war der Saal zwar deutlich leerer als zuvor, doch war ein ansehnlicher Rest - gut doppelt so viele, wie im Jahr zuvor bei NACHTGESCHREI - geblieben, um einem besonderes Highlight  beizuwohnen.

DalriadaNachdem die Technikprobleme recht schnell beseitigt wurden begannen DALRIADA & FAJKUSZ Band aus Sopron in Ungarn mit ihrem Auftritt. Schon auf den ersten Blick war eine klare Zweiteilung auf der Bühne ersichtlich, während auf der linken Seite die Rockbesetzung zu finden war standen die Streicher rechts – und in dieser Ecke war auch der Altersdurchschnitt eindeutig höher. Die Gastmusiker der FAJKUSZ Band waren eine wunderbare Ergänzung der restlichen Musik und schon beim Linecheck wurde klar, dass gerade die Geiger ihr Handwerk beherrschten. Überhaupt wurde hier Musik auf hohem Niveau präsentiert, nicht umsonst sind die ungarischen Folk-Metaller wirkliche Stars im eigenen Land. Die Stimme von Frontfrau Laura Binder hatte Kraft und das Ungarische war eine schöne Abwechslung zu den häufig im Genre gehörten nordischen Sprachen. Die Ansagen waren dagegen in akzentfreiem Deutsch.

Die gelungene Kombination aus Metal und ungarischer Folkmusik war ein hervorragender Abschluss für einen tollen Abend und forderte noch einmal die letzten Kraftreserven der Zuschauer, bevor man sich ausgepowert und zufrieden auf den Weg nach Hause machte. Im nächsten Jahr geht die Party weiter – denn das TANZT! wird am 17.11.2012 in die sechste Runde gehen.

  1. Leszek a hold
  2. Laci 1
  3. Laci 2
  4. Borvitéz
  5. Kiniszsi
  6. Búcsúzó
  7. Zách
  8. Hej Virágom
  9. Ígéret
  10. Hazatérés
  11. Leszek a Csillag
  12. Tüzhozó
  13. Szondi
  14. Hajdútánc

 

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Zu diesem Livebericht:

Autor:
Kolyma

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Artikel eingestellt:
17.11.2011

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