THE DAVOLINAS - Edge of a new day

THE DAVOLINAS - Edge of a new day

Ja, warum komme ich Euch eigentlich mit solch abgefahrenem Zeug in letzter Zeit? Keine Spur Metal, dafür umso freakiger, viel Psyche darin, Musik, die vor 36 Jahren Bestand gehabt hätte. Und da muß ich die Kritiker unterbrechen, denn viele der Bands, die ich nun vorstellen möchte, sind erstens brandaktuell und klingen zweitens frischer als die meisten mit digitalen Produktionen verhunzten Kommerzträllerspeed - oder ohne kompositorische Fähigkeiten, dafür ebenfalls volldigitalisierten Ultradeathbands. Metal will ich bei beiden Hassrichtungen meinerseits nicht als Attribut ins Spiel bringen.

Aber genug des Meckerns, kümmern wir uns um die dänische Heavyrock / - psyche Truppe DAVOLINAS. Die Dame am Mikro und ihre beiden Begleiter spielen in dieser Formation erst gut anderthalb Jahre zusammen, die Band an sich existiert seit dem Jahre 2000. Die Ideen verteilen sich über die vor dem unseren liegenden Jahrzehnte, wobei die 90er nur rudimentär vorhanden sind. Der musikalische Mix bildet sich aus hardrockigem Doom, blubberndem und waberndem Spacerock, Psychedelic.

Die DAVOLINAS lieben es, die Songs geradlinig, sehr groovend und dabei schön heavy zu gestalten, wobei bei ihnen die Rhythmik der perfekt aufeinander eingespielten Rhythmusfraktion schon öfter den typischen 08/15 Vierviertaltaktstampfbeat oder doomiges Gekrieche  hinter sich lässt, gekonnt das Tempo verschleppt oder anzieht, kleine Figürchen reinzaubert und somit nie Langeweile aufkommen lässt. Die Rhythmik alleine wird Dich hypnotisieren, aber da ist noch mehr.

Sängerin Foxxi Davolina alias Lene, die zeitgleich noch die sechs Saiten schlägt (daher Beatmusik, haha - der Verf.). Ihre Stimme ist betörend, mal fast bösartig, der einer Hexe gleichend, mal schüchtern wie eine Jungfrau, aber immer kraftvoll und charakterstark. Die Frau hat den Blues, sie hat den Folk und sie ist wie geschaffen für eine Psychedelicband, denn sie weiß unheimlich schwere, in dunklen, aber bunten Klangfarben gehaltene Gesangslinien auf den schwer rockenden Songs reiten, oft sogar über diesen schweben zu lassen. Ihr Gitarrenspiel ist schwer, ist rockend, die Gitarre brummt ultratief und spricht von Doom. Lene verzichtet lieber auf majestätische Leads und packt noch mehr Intensität in ihre Riffs, wie gerade beim extrem epischen und dabei bedrohlich dunklen Lavarocker "Destiny", dem Abschlußtrack dieser Scheibe zu vernehmen. Einige Ansätze von Leadmelodien finden sich trotzdem und lockern die Scheibe ungemein auf. Die Melodien der Vocals sind oft beschwörend tiefsinnig und ziehen einen augenblicklich in ihren Bann.

Die Davolinas sind für mich die Bewahrer der Essenz, welche aus den Visionen der besten Rockbands herausgekocht werden konnte, BUDGIE, BLUE CHEER, GRAND FUNK RAILROAD, BLACK SABBATH, IRON MAN, FU MANCHU seien als Lehrmeister genannt, von ihrer Basis marschieren die DAVOLINAS voran, ihre eigene Kreativität auszuleben. Boogey, Doom, Psychedelic, Wahwaheffekte, knallende Beats und ein allzeit donnernder Bass machen diese Scheibe aus, machen sie zu einem Hitalbum des zweiten Halbjahres 2005. Von dieser Band wird man noch viel hören.

www.nasoni-records.com / www.davolinas.dk

 

 

01. Surf II
02. Edge of a new day
03. Exit repression
04. Happiness is fragile
05. I want you to burn with me
06. Nightfall
07. Running on the moon
08. Stormy street
09. Gotta connect
10. Heaven in me
11. Destiny