INSENSE - The Silent Epidemic

INSENSE - The Silent Epidemic
Es ist zwar durchaus richtig, dass Norwegen viel mit Black Metal zu schaffen hat, aber es muss nicht zwangsläufig bedeuten dass auch nur derartige Bands dort entstammen. INSENSE ist ein prima Beispiel dafür. Mit "The Silent Epidemic" liefert die Band nun schon ihr drittes Album ab. Zu meinem persönlichen Bedauern muss ich sagen, dass ich von dieser Band vorher noch nie etwas gehört habe, was natürlich umso ärgerlicher ist, wenn sich herausstellt, dass hier fabelhafte Musik produziert wird.

Schon der Opener "Welcome Whore" geht richtig unter die Haut, das dazugehörige Video kreiiert eine zusätzliche Atmosphäre, die ich mit Worten schwerlich beschreiben kann. Die Mixtur aus cleanem Gesang, wütendem, mal tiefem, mal weniger tiefem Geschrei fügt sich in die Musik gut ein. Das Klangmuster auf dieser CD kann durchaus als atmosphärisch beschrieben werden. Die zahlreichen, schleppenden Gitarren (NEUROSIS MESHUGGA), die genauso unsanft aus dem Verhaltensmuster ausbrechen wie der Gesang, bringen ein Resultat zu Tage, das sich gewaschen hat.

Die Scheibe bietet ein breites Spektrum aus verschiedenen Musikstilen an, so sind zum Beispiel einige Songs sehr Death-Metal angehaucht, dann geht es hier und da mal in die Thrash-Ecke. Das alles wird kombiniert mit einem NEUROSIS-ähnlichen Sound, ein wenig Chaotisches / Gefrickel eingestreut und fertig ist die neue INSENSE-Platte.

Die 10 Songs auf dieser Scheibe gehen über 45 Minuten hinaus und bringen der Platte einen zusätzlichen Bonus ein. Mal ehrlich, welche Scheibe läuft heutzutage länger als eine halbe Stunde, wenn es nicht Klassik oder eine Ansammlung von Heavy Metal-Balladen ist? Siehste! Mal abgesehen davon, dass der Titeltrack schon die Scheibe wert ist. So ein Gebolze! Dabei startet der Song Numero 8 erstmal mit einem akustischen Gitarrenanfang und verwandelt sich in ein Biest aus brachialem Zerstückelungs-Core. Habe ich schon erwähnt, dass das cleane Singen hier fabelhaft zur Geltung kommt? Habe ich? Macht nichts! Kann nicht oft genug erwähnt werden.

Der Text des letzten Songs geht zudem fabelhaft unter die Haut:
"It's all for you
At least that's what they say

The gashes made me ill
Just seeing them for real

How hard can it be to make you sober?"

Danke dafür!
Diese Scheibe rockt. Punkt. Ende der Diskussion.

01. Welcome Whore
02. Deeper Nail
03. The Erosion of Oslo
04. Yearning
05. Skinned of Pride
06. The Worst is Yet to Come
07. 175.000
08. A Silent Epidemic
09. The Pendulum Knife
10. Time Wounds all Heals