AHMA - Crooked Issue

AHMA - Crooked Issue

Rezension von Martin Olschewski

Yeah Baby! AHMA gelingt es, auf ihrer neuen Scheibe "Crooked Issue" bodenständigen, groovigen und verdammt lauten Rock durch die Lautsprecher dieser Erde zu rotzen, dass es eine Freude ist. In Zeiten, in denen es genug inspirationsloses Zeug im Rock und Metal gibt, tut es gut, Bands wie AHMA zu begegnen, die schnörkellose Songs abliefern, ohne lieblos oder eintönig herüber zu kommen.

Die Finnen hauen knappe vierzig Minuten sehr guten Sound und abwechslungsreiches Songwriting raus. Die Instrumente kommen extrem fett rüber und tragen die Songs zumeist im Mid-Tempo Bereich durch gut platzierte Rythmuswechsel und eingängige Hooks. Schade, dass der Sänger es dabei an Dynamik vermissen lässt. Die mit Kraft herausgepresste und leicht verzerrte Stimme bleibt gefühlte 95% der Lieder in gleicher Lautstärke und gleichem Ausdruck. Das tut dem Gesamteindruck aber keinen Abbruch, da spätestens beim ersten Up-Tempo-Part die Nackenmuskulatur unter Volllast damit beschäftigt ist, den Kopf durch den Raum zu schmeißen – da bleibt keine Zeit, sich mit Kleinigkeiten aufzuhalten.

Den höchsten Grad kreativen Freiraums geben sich AHMA mit ihrem Killer-Track „Harnessed To Soil“. Der Titel beinhaltet zum Einen alles, was ein guter Song braucht (bis zum Blastbeat alles drin), und fasst zum Anderen gut den Gesamtcharakter des Albums zusammen: Ein bisschen Western, ein bisschen Metal und immer schön in die Fresse. Wer also Berührungsängste haben sollte, findet anhand dieses Songs schnell raus, ob die Scheibe das richtige für die Plattensammlung ist.

Besonders positiv ist hervor zu heben, dass sich das Album auch nach mehrfachem Anhören nicht gleich ausleiert. Im Gegenteil: Es gibt viele geniale und mitunter lustige Details in den Songs zu entdecken, die das Hören der Platte mit jedem Mal besser werden lassen. So machen AHMA nicht nur langfristig, sondern auch noch mit jedem Mal mehr Spaß. Zumindest bis zu einem bestimmten Grad, da es nicht mit allen Liedern gelingt so umfassend zu überzeugen.

Alles in allem ist "Crooked Issue" demnach zunächst ein gutes Album, an dem es wenig bis nichts auszusetzen gibt. Sind HiFi-Anlage und Zuhörer dann erst mal bereit, sich auf die vier sympathischen Finnen einzulassen, merkt man schnell, dass man hier eine echte Perle in den Händen hält. Ein sehr guter Beweis dafür, dass man das Rad nicht neu Erfinden muss. Eine eigene Version mit einer charakteristischen Handschrift, eigenem Stil und Wiedererkennungswert – das ist es was es braucht und das ist "Crooked Issue". Kein zukünftiger Klassiker, aber ein Hammeralbum.

 

01. Fide Et Venenom
02. The New Clergy
03. Drowned In Rubicon
04. The Goat Of Cavities
05. Harnessed To Soil
06. Idle
07. Luddite Forces
08. Enshrined And Incorporated
09. N+1
10. Antebellum
11. Killing Stubborn
12. Solenoids